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Wenn Unternehmen zu Bewerbern werden

Bedingt durch die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung wird sich die Nachwuchssituation der deutschen Wirtschaft in wenigen Jahren erheblich verschärfen. Spätestens ab dem Jahr 2010 wird die Bevölkerungszahl in Deutschland sinken. Damit verbunden ist ein Anstieg der älteren Bevölkerungsgruppe und ein zunehmend geringerer Anteil junger Menschen, die den Unternehmen als Nachwuchs zur Verfügung stehen werden. Angesichts der aktuellen Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation ist es kaum zu glauben: Unternehmen werden zu Bewerbern!

Für Oberfranken und die oberfränkische Wirtschaft gilt es, die Leistungsträger von morgen unter den Jugendlichen der Region bereits in der Schulzeit an sich zu binden. Das Projekt "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken" will einen Beitrag dazu leisten, den absehbaren Engpass im Bereich der Nachwuchsakquise zu mindern.

Ziele des Projekts "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken"

Mit dem Projekt "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken" soll versucht werden, potenzielle, qualifizierte Fach- und Führungskräfte an oberfränkische Unternehmen über eine langfristige Kontaktpflege bereits in der Schulzeit zu binden. Mit dem Kontaktaufbau von Unternehmen zu Schülerinnen und Schülern mit hohem Potenzial wird zudem angestrebt, den Bekanntheitsgrad attraktiver Arbeitgeber in der Region zu steigern, das Bewusstsein der Wirtschaft als attraktiver Arbeitgeber zu erhöhen und die beruflichen Perspektiven im Lebens- und Wirtschaftsraum Oberfranken aufzuzeigen.

Das Projekt "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken" ist ein Zusatzinstrument zu gängigen bestehenden Instrumenten der Personalentwicklung und Personalrekrutierung von Unternehmen.

Talente von morgen im Fokus

Zur Teilnahme am Projekt "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken" werden Schülerinnen und Schüler an oberfränkischen Gymnasien ab der 11. Jahrgangsstufe durch die Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberfranken in Zusammenarbeit mit den Schulleitern angesprochen. Der Fokus liegt dabei auf leistungsstarken Schülerinnen und Schülern mit hohem Potenzial und an die Regionalsieger des Wettbewerbs "Jugend forscht" Oberfranken. Ausschlaggebend ist jedoch keineswegs allein das Notenbild, sondern auch sonstige Leistungen, die die Jugendlichen als besonders interessant darstellen, so z.B. Engagement im sozialen Bereich, in der Jugendarbeit, Mitwirken an der Schülerzeitung etc.

So funktioniert¿s

Oberfränkische Unternehmen bauen mit ausgewählten Schülern einen gezielten Kontakt auf, der möglichst bis zum Ende der Hochschulausbildung aufrecht erhalten werden soll. Die Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit entsprechende Kandidaten in ihrer Entwicklung langfristig beobachten und diese nach Abschluss des Studiums ggf. gezielt als Nachwuchskraft in das Unternehmen integrieren zu können.

Art, Umfang und Intensität der Kontaktpflege werden durch die Unternehmen weitgehend individuell bestimmt. Allerdings haben sowohl Unternehmen als auch Schüler, soweit sie zusammenarbeiten wollen, fest definierte Verpflichtungen einzuhalten, die in einer gemeinsamen schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden.

Leistungen der Unternehmen

Die teilnehmenden Unternehmen gehen definierte Verpflichtungen gegenüber den ausgewählten Schülern ein. Diese sind als Kernleistungen anzusehen, die auf jeden Fall erbracht werden müssen. Dies sind:

  • Bereitstellung und Zusicherung von qualifizierten Praktikumsphasen
  • Definition eines festen Ansprechpartners im Unternehmen
  • Zusicherung eines qualifizierten Zeugnisses (nach mind. 14-tägiger Praktikumsdauer)
  • Angebot von Ferienarbeit nach Möglichkeit des jeweiligen Unternehmens
  • Unterstützung der Schüler durch Fahrtkostenzuschüsse etc. gemäß gemeinsamer Vereinbarung
  • Angebot der berufspraktischen Weiterentwicklung der Schüler auch während des Studiums

Darüber hinaus steht es den Unternehmen frei, ihre Zusammenarbeit mit den ausgewählten Schülern über die Pflichtleistungen hinaus zu gestalten. Denkbare Aktivitäten sind bespielsweise die Einbindung in Firmenveranstaltungen, regelmäßige Zustellung der Unternehmenszeitung, die Mitnahme auf Messen etc.

Pflichten der teilnehmenden Schüler

Auch die Schüler gehen im Rahmen eines gemeinsamen schriftlichen Vereinbarung Pflichten ein. Die Pflichten sind für die Schüler im rechtlichen Sinne nicht bindend fixierbar. Dennoch soll mit der Unterzeichnung einer schriftlichen Vereinbarung die Bedeutung der gemeinsamen Zusammenarbeit unterstrichen werden.

Verpflichtungen der Schüler sind:

  • Absolvierung definierter Praktikumsphasen
  • Erbringung ihrer vollen Leistungsfähigkeit und ihres vollen Engagements

Erfüllt der teilnehmende Schüler die definierten Pflichten nicht, steht es dem Unternehmen frei, die Zusammenarbeit jederzeit zu beenden.

Finanzierung

Das Projekt "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken" wird allein durch die teilnehmenden Unternehmen finanziert. Zur Finanzierung des Gesamtprojekts leisten die teilnehmenden Unternehmen einen Projektbeitrag. Dieser ist gemäß den Mitarbeiterzahlen gestaffelt.

Unternehmen
unter50Beschäftigte100Euro
bis250Beschäftigte250Euro
bis1000Beschäftigte500Euro
über1000Beschäftigte1.000Euro


Die Projektbeiträge werden insbesondere zur Finanzierung von das Gesamtprojekt betreffenden Leistungen und Aufwänden eingesetzt. Dies sind z.B. Bereitsstellung und Aufbereitung zentraler Informationen (insbesondere Internet), Organisation und Durchführung zentraler Veranstaltungen etc.

Organisation und Koordination des Gesamtprojekts und die damit verbundenen Kosten werden durch Oberfranken Offensiv - Forum Zukunft Oberfranken e.V. getragen.

Die Finanzierung der Maßnahmen für die Betreuung im jeweiligen Unternehmen erfolgt durch das jeweilige Unternehmen.

Markt der Talente - Markt der Möglichkeiten
Die Kontaktaufnahme

Schülerinnen und Schüler, die am Projekt "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken" teilnehmen können, werden durch die Direktoren der oberfränkischen Gymnasien angesprochen. Bei Interesse werden sie dann in den Schülerpool des Projekts aufgenommen.

Ein erstes Kennenlernen zwischen Schülern und Unternehmen ermöglicht die Homepage des Projekts "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken". Insbesondere für die Unternehmen sind unter der Rubrik Seiten für Unternehmen in einem geschützten Bereich die Profile der teilnehmenden Kandidaten hinterlegt. Auch die Schüler können sich in der Rubrik Teilnehmende Unternehmen über die dort abgebildeten Unternehmensprofile über teilnehmende Firmen informieren.

Der erste unmittelbare Kontakt zwischen Schülerinnen und Schüler und Unternehmen wird im Rahmen einer zentralen Kontaktveranstaltung mit Marktplatzcharakter hergestellt. Im Rahmen dieser Veranstaltung besteht die Möglichkeit des intensiven Gesprächs mit Personalverantwortlichen und Entscheidungsträgern aus den Unternehmen.

Im Rahmen dieser Kontaktveranstaltung hergestellte Kontakte werden anschließend weiterverfolgt und führen ggf. zum Abschluss der schriftlichen Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit im Projekt "Gymnasien und Wirtschaft in Oberfranken".

Die Entscheidung über die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern in ein Unternehmen liegt allein bei den teilnehmenden Unternehmen. Schüler, die im Rahmen der Kontaktaufnahme von keinem Unternehmen ausgewählt wurden, bleiben im Pool und erhalten im Jahr darauf eine neue Chance sich vorzustellen.

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